Ein Vektor X = (𝑋1,𝑋2,…,𝑋𝑛) wird 𝑛-dimensionale Zufallsgröße genannt, wenn jede der Einzelgrößen 𝑋𝑘 eine Zufallsgröße (über der gleichen Ereignisalgebra8) ist. Die verbundene bzw. gemeinsame Verteilungsfunktion des Zufallsvektors X

liefert zu jedem Tupel (𝑥1,𝑥2,…,𝑥𝑛) die Wahrscheinlichkeit Pr[(𝑋1 < 𝑥1)∩(𝑋2 < 𝑥2)∩
∩(𝑋𝑛 < 𝑥𝑛)].
Der Zusammenhang zwischen Dichte- und Verteilungsfunktion hat auch für den Fall einer mehrdimensionalen Zufallsgröße Bestand, nur daß die Wahrscheinlichkeitsdichte 𝑝𝑋(𝑥1,𝑥2,…,𝑥𝑛) ebenfalls mehrdimensional ist. Für kontinuierliche Zufallsgrößen gibt sie die Wahrscheinlichkeit dafür, daß X im differentiellen Intervall (𝑥1 ±d𝑥1/2,𝑥2 ±d𝑥2/2,…,𝑥𝑛 ±d𝑥𝑛/2) liegt. Integration dieser infinitesimalen Wahrscheinlichkeiten von −∞ bis x ergibt dann wieder die Verteilungsfunktion von X.
Umgekehrt läßt sich durch partielle Differentiation nach allen 𝑥𝑖 daraus die Dichtefunktion ermitteln.
Ähnlich zum eindimensionalen Fall lassen sich deshalb die folgenden Eigenschaften von 𝐹𝑋(𝑥1,𝑥2,…,𝑥𝑛) feststellen:
= lim 𝑥𝑛→−∞𝐹𝑋(𝑥1,𝑥2,…,𝑥𝑛) = 0.
Für 𝑥1,𝑥2,…,𝑥𝑖−1,𝑥𝑖+1,…,𝑥𝑛 → ∞ (d. h. alle, außer 𝑥𝑖) entartet 𝐹𝑋(𝑥1,𝑥2,…,𝑥𝑛) zu einer eindimensionalen Randverteilung 𝐹𝑖(𝑥𝑖), die nur noch von 𝑥𝑖 abhängt und die Wahrscheinlichkeit Pr(𝑋𝑖 < 𝑥𝑖) ausdrückt.9

Partielle Differentiation der Randverteilung 𝐹𝑖(𝑥𝑖) nach 𝑥𝑖 führt zur (Rand-) Wahrscheinlichkeitsdichte.

Für den zweidimensionalen Fall (𝑛 = 2) lassen sich die Gleichungen folgendermaßen konkretisieren:
Als (vollständig) unabhängig werden Zufallsgrößen bezeichnet, wenn deren Verteilungsfunktion vollständig faktorisierbar ist.

Grundvoraussetzung für diese Äquivalenz ist die Definition der bedingten Wahrscheinlichkeit zweier Ereignisse (beispielsweise 𝐴 und 𝐵), welche lautet:
| (21) |
Dabei ist Pr(𝐵∣𝐴) die (bedingte) Wahrscheinlichkeit daß Ereignis 𝐵 eintritt, unter der Voraussetzung das 𝐴 schon eingetreten ist. Pr(𝐴 ∩𝐵) ist die Wahrscheinlichkeit, daß 𝐴 UND 𝐵 eintreten und Pr(𝐴) die Wahrscheinlichkeit für das (bedingungslose) Eintreten von Ereignis 𝐴.
Umgestellt nach Pr(𝐴 ∩𝐵) ergibt sich der sogenannte Multiplikationssatz.
| (22) |
Mit dieser Formel wird auch anschaulich klar, weshalb die bedingte Wahrscheinlichkeit genau so wie in Gleichung 21 definiert ist – sie bestimmt die Wahrscheinlichkeit des Eintretens von Ereignis 𝐴 UND 𝐵 unter der Voraussetzung, daß 𝐴 eingetreten und von 𝐵 (unter dieser Bedingung) gefolgt ist.
Besteht eine solche Abhängigkeit nicht, dann gilt Pr(𝐴∣𝐵) = Pr(𝐴) bzw. Pr(𝐵∣𝐴) = Pr(𝐵) und deshalb:10

Konsequent kann man auch die Definition des Erwartungswertes einer 𝑛-dimensionalen Zufallsgröße aus dem der eindimensionalen Größe ableiten, wenn man außerdem Gleichung 17 bzw. den Ideenkreis um sie herum, berücksichtigt [4, § 25 ff.].

Man muß allerdings hinzufügen, daß es sich um den Erwartungswert der Randverteilung für 𝑋𝑖 handelt. Praktisch ergibt sich dadurch ein Erwartungswerte-Vektor.

Die Varianz(en) einer 𝑛-dimensionalen Zufallsgröße können aus der allgemeinen Definitionsgleichung 2 in Verbindung mit dem Erwartungswert (von eben) ermittelt werden.
![Var(𝑋𝑖)= E [𝑋𝑖 − E(𝑋 𝑖)]2 1 ≤ 𝑖 ≤ 𝑛](probabil42x.png)
Auch hier muß man hinzufügen, daß es sich um die Varianz einer Randverteilung handelt.
Sind 𝑋1 und 𝑋2 zwei (nicht notwendigerweise unabhängige) Zufallsgrößen, dann nennt man die folgende Größe Kovarianz von 𝑋1und 𝑋2.
Die Kovarianz Cov(𝑋1,𝑋2) kann auch noch anders ausgedrückt werden (Verschiebungssatz), wenn man
die Trivialität E(1) = 1 anwendet.
Ist eine der beiden Zufallsgrößen mittelwertfrei, dann entspricht die Kovarianz dem Erwartungswert des Produktes der beiden Größen.
| (25) |
Unter diesen Bedingungen spricht man auch von der Korrelation beider Zufallsgrößen (vgl. Abschnitte 3.4 und 4).
Im Fall 𝑋 = 𝑋1 = 𝑋2 entartet die Kovarianz zur Varianz (siehe Formel 11).

Für kontinuierliche Zufallsgrößen kann die Kovarianz wiefolgt konkretisiert werden:
Dabei geht man davon aus, daß der Vektor X = (𝑋1,𝑋2) eine zweidimensionale Zufallsgröße mit der Dichtefunktion 𝑝(𝑥1,𝑥2) ist. Sind die Zufallsgrößen 𝑋1 und 𝑋2 stochastisch unabhängig, dann ist die Wahrscheinlichkeitsdichte faktorisierbar in

und deshalb auch das Doppelintegral von Gleichung 26.

Wegen der allgemeingültigen Beziehung

verschwinden aber beide Faktoren, d. h. die Kovarianz (und der Korrelationskoeffizient) unabhängiger Zufallsgrößen ist grundsätzlich Null. Aus Gleichung 24 folgt unter dieser Bedingung ferner:
| (27) |
was als Kriterium unkorrelierter Zufallsgrößen in seiner Umkehrung ebenfalls verwendbar ist.
Für einen mehrdimensionalen Zufallsvektor X = (𝑋1,𝑋2,…,𝑋𝑛) kann man eine sogenannte Varianz-Kovarianz-Matrix C angeben,
![𝑐 = Cov(𝑋 ,𝑋 )= E{[𝑋 − E(𝑋 )][𝑋 − E(𝑋 )]}
𝑖,𝑘 𝑖 𝑘 𝑖 𝑖 𝑘 𝑘](probabil52x.png)
deren Elemente 𝑐𝑖,𝑘 die Kovarianz zwischen der Zufallsgröße 𝑋𝑖 und 𝑋𝑘 repräsentieren.

Die Matrix C ist
Der Korrelationskoeffizient ist ein Maß für die Abhängigkeit zweier Zufallsgrößen.11
Zu den Eigenschaften des Korrelationskoeffizienten:
≤
gilt immer: −1 ≤
Corr(𝑋1,𝑋2) ≤ +1.
Für mittelwertfreie Zufallsgrößen reduzieren sich Kovarianz und Varianz entsprechend der
Formeln 27 und 13 auf Cov(𝑋1,𝑋2) = E(𝑋1𝑋2) und Var(𝑋) = E(𝑋2) =
2 und deshalb der
Korrelationskoeffizient auf
| (29) |