Bei den diskreten Zufallsgrößen geht man davon aus, daß es eine Zufallsgröße 𝑋 gibt, die 𝑁 verschiedene diskrete Werte 𝑥𝑖 annehmen kann. Die Wahrscheinlichkeit, daß der Wert 𝑥𝑖 angenommen wird, soll 𝑝𝑖 = Pr(𝑋 = 𝑥𝑖) betragen. Die Wahrscheinlichkeit dafür, daß 𝑋 irgendeinen der Werte 𝑥𝑖 annimmt ist folgerichtig das sichere Ereignis.

Der Erwartungswert E(𝑋) ergibt sich aus der Wichtung aller Werte 𝑥𝑖 mit der Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens.1
Die Varianz Var(𝑋) ist der Erwartungswert der quadratischen Abweichung vom Erwartungswert. Sie ist dadurch ein gutes Maß für die Streuung der Zufallsgröße 𝑋 um ihren Erwartungswert.2
Speziell für den Fall diskreter Zufallsgrößen hat sie die folgende Berechnungsvorschrift:
Für mittelwertfreie Zufallsgrößen, d. h. Zufallsgrößen für die E(𝑋) = 0 gilt, ergibt sich

Kann 𝑋 nicht mehr nur diskrete, sondern unendlich viele verschiedene Werte 𝑥 annehmen, dann kommt man zu kontinuierlichen Zufallsgrößen.3
Die Zufallsgröße 𝑋 kann in diesem Fall unendlich viele Werte 𝑥 aus einem endlichen oder unendlichen Intervall annehmen.4 Bezieht man sich auf Grenzwerte bzw. infinitesimal große Intervalle, so kann man ausgehend von den diskreten Zufallsgrößen den Quantifizierungsbegriff der Wahrscheinlichkeit erweitern.

Die (jetzt) kontinuierliche Größe 𝑝 gibt die Wahrscheinlichkeit an, mit der die Zufallsgröße 𝑋
einen Wert 𝑥 in der Umgebung d𝑥 annimmt. Dadurch erhält 𝑝 differentiellen Charakter,
weshalb 𝑝(𝑥) auch als Dichtefunktion bezeichnet wird. Die Wahrscheinlichkeit Pr, daß 𝑋
einen Wert innerhalb eines Intervalls
annimmt, muß nun durch Integration bestimmt
werden.
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Wie bei den diskreten Zufallsgrößen muß die Wahrscheinlichkeit, daß 𝑋 einen Wert im Intervall
annimmt, Eins sein.
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Wegen der Notwendigkeit in Gleichung 4 zu integrieren, wird oft die sogenannte Verteilungsfunktion einer kontinuierlichen Zufallsgröße 𝑋 angegeben.
Man kann sich die Verteilungsfunktion nach dieser Formel auch als infinitesimale Addition aller Einzelwahrscheinlichkeiten 𝑝(𝑥) von −∞ bis 𝑥 vorstellen, also in “Summe” Pr(𝑋 ≤ 𝑥). 𝐹(𝑥) ist deshalb auch immer eine monoton steigende Funktion mit den Grenzwerten lim 𝑥→−∞𝐹(𝑥) = 0 und lim 𝑥→∞𝐹(𝑥) = 1.
Nach dem Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung gilt für die Wahrscheinlichkeitsdichte im Umkehrschluß:
Die Existenz des uneigentlichen Integrals in Definitionsgleichung 6 vorausgesetzt, kann die Wahrscheinlichkeit 𝑃(𝑎 ≤ 𝑋 ≤ 𝑏) jetzt sehr einfach berechnet werden.
Der Erwartungswert ergibt sich wie bei den diskreten Zufallsgrößen – jetzt wird aber jeder Wert mit der differentiellen Wahrscheinlichkeit seines Auftretens multipliziert.5
In ähnlicher Art und Weise (und unter Berücksichtigung von Formel 5) ergibt sich für die Varianz:6
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und im weiteren

Die Varianz ist also der quadratische Erwartungswert abzüglich des Quadrats des Erwartungswertes der Zufallsgröße.
Umgekehrt gilt:
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Für Zufallsgrößen mit verschwindendem Mittelwert ist die Varianz gleich dem Quadrat des Effektivwertes.7
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Eine der einfachsten Wahrscheinlichkeitsverteilungen ist die sogenannte Gleichverteilung. Sie hat auf
dem Intervall
eine konstante Wahrscheinlichkeitsdichte 𝑝(𝑥) und ist außerhalb dessen Null.
Wegen der Bedingung

muß sie folgender Gleichung für die Dichtefunktion genügen:
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Der Erwartungswert nach Formel 9 bestimmt sich aus den Intervallgrenzen zu
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Die Varianz ermittelt sich nach Formel 10 ebenfalls relativ einfach.