Mit Hilfe des Quadraturmodulators lassen sich quasi alle modernen (Trägerfrequenz-) Modulationsverfahren realisieren. Betrachten wir dazu sein Blockbild nach Abbildung 1.
Er besitzt zwei Eingänge I (in-phase) und Q (quadrature-phase) mit den zugeordneten Zeitsignale 𝑥(𝑡) und 𝑦(𝑡), welche mit Hilfe eines Trägers (der Kreisfrequenz 𝜔0) zu einem Modulationsprodukt 𝑚(𝑡) verknüpft werden.1
Man kann das Modulationsprodukt 𝑚(𝑡) nach Formel 1 auch als Realteil des Produktes zweier Zeiger in der komplexen Ebene beschreiben. Dazu sei die komplexe Größe 𝑧(𝑡) = 𝑥(𝑡)+j 𝑦(𝑡) definiert und dann folgendermaßen verwendet:
| (2) |
Das In-Phase Signal 𝑥(𝑡) stellt also den Realteil von 𝑧(𝑡), das Quadrature-Phase Signal den Imaginärteil 𝑦(𝑡).2
Das Spektrum 𝑀(𝜔) des Modulationsprodukts kann man ausgehend von Formel 1 oder von Formel 2 ermitteln [5, 2, 6, 7].
Reelle Darstellung Gehen wir in der Betrachtung zunächst von Formel 1 aus und berücksichtigen die Transformationsbeziehungen:

sowie den Faltungssatz der FOURIER-Transformation. Dann ergeben sich für die Modulationsprodukte der I/Q-Signale die folgenden Spektralverhältnisse:3
Beachtenswert (aber auch logisch) dabei ist, daß beide Spektren orthogonal zueinander stehen. Es liegt deshalb nahe diese als getrennte Kanäle anzusehen und auch verwendbar zu machen – worauf bei der Demodulation noch zurückzukommen sein wird.
Zu guter Letzt steht noch die Addition beider Komponenten aus:
Komplexe Darstellung
Geht man von der komplexen Darstellung in Formel 2 aus, dann läßt sich das Spektrum durch
(mehrfache) Anwendung der Modulationsformel 𝑔(𝑡)e j𝜔0𝑡
𝐺(𝜔 − 𝜔0) ermitteln.
Definieren wir dazu eine Zwischengröße 𝑤(𝑡) = 𝑧(𝑡)e j𝜔0𝑡 = 𝑥(𝑡)e j𝜔0𝑡 + j𝑦(𝑡)e j𝜔0𝑡
sowie deren Konjugiert-Komplexe 𝑤∗(𝑡) = 𝑧∗(𝑡)e −j𝜔0𝑡 und bestimmen die zugehörigen
FOURIER-Transformierten:4

Mit 𝑚(𝑡) = Re{𝑤(𝑡)} =
[𝑤(𝑡) +𝑤∗(𝑡)] ergibt sich jetzt das Spektrum zu:

Die Universalität der Anordnung ergibt sich daraus, daß praktisch jede Art der Trägermodulation:
mit den Modulationsgrößen 𝐴(𝑡) und 𝜙(𝑡), in dieses Schema paßt [1, Kapitel 3], [8, S. 1–7]. Denn durch Anwendung des Additionstheorems cos(𝛼 +𝛽) = cos 𝛼cos 𝛽−sin 𝛼sin 𝛽 zeigt sich eine zur Ausgangsformel 1 äquivalente Form:

mit der Signalzuordnung:
Der Bezug zur komplexen Darstellung in Formel 2 ergibt sich durch Division bzw. Addition (der Quadrate) beider Komponenten:
und so in der gewohnten Darstellung von Betrag (hier die sogenannte Einhüllende bzw. Hüllkurve) und Phase einer komplexen Größe: