Elliptische Integrale sind Integrale der Form ∫ 𝑅(𝑤,𝑥)𝑑𝑥, wobei 𝑅 eine rationale Funktion von 𝑤 und 𝑥, 𝑤2 dagegen eine kubische oder biquadratische Funktion von 𝑥 ist.3 Alle diese Parameterintegrale lassen sich auf drei Grundformen reduzieren, die man das LEGENDRE’sche Normalintegral erster Art F(𝜑; 𝑘), zweiter Art E(𝜑; 𝑘) und dritter Art Π(𝜑; 𝑘; 𝑛) nennt [1, 17.4.41 ff.], [19, II, § 3], [9, II–6, § 2].

Der allen gemeinsame Parameter 𝑘 wird Modul genannt. Außerdem ist mit
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ein komplementäres Modul definiert. Als hilfreich erweisen sich in vielen Fällen auch die binomischen Darstellungen des Moduls.
LEGENDRE’sche Normalform Das unvollständige elliptische Integral erster Art ist in seiner LEGENDRE-Form folgendermaßen definiert
wobei mit 𝑘 das Modul und 𝜑 die Amplitude bezeichnet wird.
JACOBI-Form Mit der Substitution 𝑡 = sin 𝜙 in Gleichung 3 gelangt man zu der von C.G.J. JACOBI bevorzugten Form.
Beweis. Einsetzen der Substitution sowie der Ableitung d𝑡/d𝜙 = cos 𝜙 in Definitionsgleichung 3 führt sofort zum Ergebnis

Um im weiteren die Eindeutigkeit zu gewährleisten und außerdem eine einfache Schreibweise des Integrals bei Verwendung des Argumentes 𝑥 zu erhalten, soll außerdem definiert sein:
RIEMANN’sche Normalform Eine weitere, heute nicht mehr so geläufige Form, ist die RIEMANN’sche Form. Sie kommt zustande, wenn man in der JACOBI’schen Darstellung nach Gleichung 5 den Term 𝑡2 = 𝜉 substituiert. Mit dem zugehörigen Differential d𝜉 = 2𝑡 d𝑡 ergibt sich so

und letztlich (die nicht besonders gekennzeichnete) RIEMANN’sche Normalform des Integrals.

GAUSS-Form Eine von C.F. GAUSS intensiv verwendete Form des elliptischen Integrals erster Art4 ist
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mit dem Modul
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sowie dem komplementären Modul (konform zu Definitionsgleichung 1)
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Beweis. Um dieses Integral auf F(𝜑; 𝑘) zurückzuführen, wird zuerst eine passende Substitution nach [1, 17.4.41 ff.] gewählt
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und dann mit Hilfe von (tan 𝜙)′ = 1 + tan 2𝜙 = cos −2𝜙 die Ableitung d𝑡/d𝜙 gebildet.

Einsetzen in das Ausgangsintegral ergibt
Vergleich mit Formel 3 zeigt, daß es sich hier um das unbestimmte elliptische Integral erster Art 𝑎−1F(𝜑; 𝑘) handelt.5 □
LEGENDRE’sche Normalform mit Modulwinkel Manchmal wird das elliptische Integral erster Art auch über den sogenannten Modulwinkel Θ, mit 𝑘 = sin Θ, angegeben.6

Der Funktionswert für 𝜑 = 0 ist trivial und direkt aus Definitionsgleichung 3 ersichtlich.

Für 𝜑 = 𝜋/2 entartet die Funktion zum vollständigen elliptischen Integral erster Art K
, wobei 𝑘
dann die Rolle des Arguments übernimmt (vgl. Abschnitt 2.3).
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Der Funktionswert bei 𝜑 = 𝜋 ergibt sich auf dieser Grundlage zu 2K
.
Beweis.

Für spezielle Module sind geschlossene Lösungen des Integrals möglich.
Zuerst sei auf Abbildung 1 verwiesen, die F(𝜑; 𝑘) im Intervall 0 ≤ 𝜑 ≤ 𝜋/2 darstellt. Relativ leicht nachzuweisen ist, daß F(𝜑; 𝑘) eine ungerade Funktion ist.
Beweis. Mit der Substitution −𝜙 = 𝜓 in der Definitionsgleichung des Integrals kann man schnell beweisen, daß F(−𝜑; 𝑘) = −F(𝜑; 𝑘) gilt.

F(𝜑; 𝑘) ist für alle 𝜑 eine monoton steigende Funktion. Die Begründung liegt in Gleichung 16, der
ersten Ableitung von F(𝜑; 𝑘). Für kleine Werte 𝑘 gilt F(𝜑; 𝑘) ≈
𝜑K
, was sich direkt aus
Abbildung 1 ablesen läßt, wenn man außerdem Gleichung 11 berücksichtigt.
Eine besondere Bedeutung im Zusammenhang mit den elliptischen Funktionen (Abschnitt 3) hat folgende Relation, die auch in Abbildung 2 erkennbar ist.
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Außerdem ist Gleichung 14 eine logische Schlußfolgerung, wenn man wie gewohnt das Integral als Fläche unter der periodischen Kurve (1 − 𝑘2 sin 2𝜙)−1/2 interpretiert (vgl. Abbildung 3).
Aus der zweiten Ableitung nach Gleichung 17 und dem Funktionsverlauf entsprechend Abbildung 2 ist ersichtlich, daß die Wendepunkte bei 𝜐 · 𝜋/2 mit 𝜐 ∈ Z liegen.
Das Differential von F(𝜑; 𝑘) ist nach dem Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung7
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Nochmaliges Differenzieren der ersten Ableitung F′(𝜑; 𝑘) ergibt
Für imaginäre Argumente entartet das unvollständige elliptische Integral zu
Beweis. Einsetzen des imaginären Arguments im Sinne von 𝜑 = j𝜉 in Definitionsgleichung 3 führt zu

Mit der (im Intervall
≤ 𝜋/2) eindeutigen Substitution
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und deren Ableitung d𝜙/d𝜃 = j/cos 𝜃 kann man das Differential d𝜙/√︃ ____1 − 𝑘2 sin 2 𝜙 relativ einfach mit Hilfe des komplementären Moduls 𝑘′ ausdrücken.8
□Schreibt man die rechte Seite von Gleichung 18 mit Hilfe der GUDERMANN-Funktion gd 𝜉 = arctan(sinh 𝜉), dann gilt entsprechend:

Das vollständige elliptische Integral erster Art wird meist in den folgenden drei Formen, die sich durch die Art des Arguments unterscheiden, angegeben:
Häufig ist auch die Darstellung in der LEGENDRE’schen Normalform nach Gleichung 24, die sich wieder mit der Substitution 𝑡 = sin 𝜙 aus Definitionsgleichung 21 ergibt.
Von Bedeutung ist auch das komplementäre elliptische Integral K ′.
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Die Funktionsverläufe von K und K ′ sowie das Verhältnis beider Integrale für reelles Argument 𝑘 sind in Abbildung 4 dargestellt.
Eine schon in Abschnitt 2.2 mit Hinweis auf C.F. GAUSS eingeführte Variante dieses Integraltyps ist
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Wie schon in Gleichung 6 kann es auch dargestellt werden als
Mit dem Modul entsprechend Gleichung 7 ergibt sich die Äquivalenz
