Eine Gruppe1 (𝐺,⋄) ist ein algebraisches System, daß aus einer nicht-leeren Menge von Elementen 𝐺 besteht, für die eine Operation ⋄ mit folgenden Eigenschaften definiert ist [25, S. 2.1], [20, 101 ff.]:
Die Menge 𝐺 kann aus einer endlichen oder unendlichen Anzahl von Elementen 𝑎𝑖 bestehen. Bei einer Aufzählung der Elemente werden diese in geschweifte Klammern eingeschlossen, z. B. so: {𝑎1,𝑎2,…}. Ist die Zusatzbedingung 𝑎 ⋄𝑏 = 𝑏 ⋄𝑎 erfüllt, wird die Gruppe kommutativ bzw. ABEL’sch genannt.
Die Ordnung (auch Mächtigkeit oder Kardinalität) einer Gruppe ist die Anzahl der Elemente in 𝐺,
geschrieben als ord(𝐺),
oder auch #𝐺. Ist 𝑈 eine Teilmenge von 𝐺, d. h. 𝑈 ⊆ 𝐺, dann wird (𝑈,⋄)
als Untergruppe von (𝐺,⋄) bezeichnet, wenn mit derselben Operation ⋄ auch 𝑈 alle Eigenschaften
einer Gruppe erfüllt [4, S. 1.], [25, S. 2.4]. Der Zusammenhang zwischen der Ordnung von 𝑈 und der
von 𝐺 wird durch den Satz von LAGRANGE beschrieben.
| (1) |
Die Ordnung
ist danach ein Teiler von
und 𝑖 der so genannte Index von
𝐺 über 𝑈 (bzw. Index von 𝑈 in 𝐺), welcher auch als 𝑖 =
geschrieben
wird.2
Entsprechend der allgemeinen Definition wird eine Menge 𝐺 additive Gruppe (𝐺,+) genannt, wenn für sie
Das bekannteste Beispiel einer solchen Gruppe ist die der ganzen Zahlen (Z,+).
Für die multiplikative Gruppe (𝐺,·) gilt äquivalent:
sind definiert. Zur Multiplikation ist zu bemerken, daß nicht-negative Potenzen eines Elements induktiv definiert sind

also durch 𝑛-malige Multiplikation.

Das Nullelement 𝑒(+) einer additiven Gruppe kann in einer multiplikativen Gruppe nicht enthalten sein, denn es ist grundsätzlich nicht invertierbar (siehe auch Abschnitt 1.3 zu den Körpern).
Eine Menge 𝑅 nennt man einen Ring (𝑅,+,·), wenn auf ihr sowohl Addition als auch Multiplikation mit 𝑅 ×𝑅 → 𝑅 erklärt sind [25, S. 2.2]. Speziell müssen folgende Axiome gelten:
(𝑅,·) ist eine so genannte Halbgruppe,3 d. h.
Existiert zusätzlich noch die Identität 𝑒(·) = 1 ∈ 𝑅 mit 𝑎·1 = 1 ·𝑎 = 𝑎 für alle 𝑎 ∈ 𝑅, dann wird (𝑅,+,·) Monoid oder Ring mit Eins genannt. Die Menge der Elemente 𝑟 ∈ 𝑅 in einem Monoid, welche mit 𝑟 · 𝑟−1 = 𝑒(·) jeweils ein inverses Element besitzen, nennt man Einheitengruppe 𝑅∗ des Ringes. Ein Ring wird außerdem als kommutativ bezeichnet, wenn auch für die Multiplikation das Kommutativgesetz 𝑎·𝑏 = 𝑏·𝑎 gilt. Ein typisches Beispiel hierfür ist der Ring (Z,+,·) der ganzen Zahlen, denn er erfüllt offensichtlich alle Axiome.
Ein Körper 𝐾 wird durch ein System von Elementen (endlich oder unendlich) gebildet, die sich durch die definierten Operationen Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division verknüpfen lassen4 und für die das Distributivgesetz gilt [25, S. 2.3]. Präziser ausgedrückt:
Die bekanntesten Körper sind die der
Eine Menge von Funktionen über einem Körper 𝐾 kann selbst auch wieder ein Körper sein, z. B. die Menge der rationalen Funktionen R(𝑥) über R, geschrieben als (R(𝑥),+,·).
Eine Menge von Vektoren 𝑉 := {v1,v2,v3,…}, jeder bestehend aus einem geordneten 𝑛-Tupel von Elementen 𝑎 aus einem Körper 𝐾, wird Vektorraum über dem Körper 𝐾 genannt (vgl. [25, S. 2.5]), wenn:
bezüglich zweier Skalare 𝑎,𝑏 und der Vektoren u,v die folgenden Distributivgesetze
gelten:

Wenn mit 𝑛 die Anzahl der Tupel eines Vektors v bezeichnet wird, dann nennt man den zugehörigen Vektorraum (über dem Körper 𝐾) üblicherweise 𝑉𝑛(𝐾) oder kurz 𝑉 = 𝐾𝑛, also z. B. R3 oder Z2𝑛. Entsprechend ist auch das neutrale Element, welches als 0 = (0,0,…,0) geschrieben wird, ein Vektor mit 𝑛 Elementen.
Kann man jeden Vektor von 𝑉 als Linearkombination von unabhängigen Vektoren u1,u2,…,un ∈ 𝑈 ⊆ 𝑉 darstellen, also als

so nennt man u1,u2,…,un die Basis, 𝛼1,𝛼2,…,𝛼𝑛 die Koeffizienten und 𝑛 = dim(𝑉) =
die
Dimension von 𝑉.
Eine Algebra über einem Körper 𝐾 ist eine Erweiterung des Begriffs Vektorraum in Bezug auf die Vektormultiplikation.8 Speziell sind es folgende Axiome, die eine Algebra auszeichnen:
Tabelle 1 gibt einen Überblick zu den verschiedenen algebraischen Grundstrukturen und ihren Existenzbedingungen.
| Addition | Multiplikation | ||||||||
| | | | | | | | | |
| Additive Gruppe | × | × | × | ||||||
| (Multiplikative) Halbgruppe | × | ||||||||
| Monoid | × | × | |||||||
| Multiplikative Gruppe | × | × | × | ||||||
| Multiplikative ABEL’sche Gruppe | × | × | × | × | |||||
| Ring | × | × | × | × | × | × | × | ||
| Schiefkörper | × | × | × | × | × | × | × | × | |
| Körper | × | × | × | × | × | × | × | × | × |